Folgende vier Fragen beschäftigen sich mit den wichtigsten Themen, die bei der Erstellung einer Roadmap zu beachten sind, um zu einer praxistauglichen Lösung zu kommen, die den Innovationsalltag sehr effektiv steuert.
Die Definition ist relativ einfach. Eine Roadmap, übersetzt „Straßenkarte“ oder „Fahrplan“, ist ein Plan für jede Art von Strategien oder Zielen, die grafisch entlang einer Zeitachse dargestellt sind.
Innovation Roadmaps im Speziellen unterstützen die strategische Planung im Innovationsmanagement. Dabei kann eine Roadmap, je nach Zweck und Anwendung, folgende Elemente enthalten:
Der übliche Planungszeitraum liegt, je nach Branche und Unternehmensspezifika, zwischen drei und zehn Jahren. Zum Beispiel wird ein Pharmakonzern einen längeren Zeitraum planen, als ein Elektronikunternehmen, dessen Umfeld schnelllebiger ist und wesentlich kürzeren Produktlebenszyklen unterliegt.
Roadmaps sind besonders im Innovations-, F&E- und Technologiemanagement populär. Hier eignen sie sich hervorragend, um die strategischen Ziele zu erarbeiten und abzubilden.
Übersichtlich: Die Planung von Innovationszielen ist längerfristiger als operative Planungen aus anderen Bereichen. Daher ist die Darstellung mit Roadmaps sehr übersichtlich und bietet eine gute Orientierung.
Vernetzt: Innovationen sind sehr vernetzt, beispielsweise einzelne Trends, Technologien und Projekte spielen eng zusammen, was sich mit Roadmaps grafisch bestens darstellen lässt.
Attraktiv: Strategische Innovationsziele müssen alle ansprechen, daher eignet sich dafür die grafische Darstellung mit einer Roadmap perfekt. So können die relevanten Themen einfach an alle Beteiligten kommuniziert werden.
Wegweisend: Die Innovation Roadmap ist damit das Herzstück des Innovationsmanagements, weil sie die Innovationsstrategie mit den operativen Tätigkeiten verbindet und somit die Grundlage aller Innovationsaktivitäten ist. Die Innovation Roadmap bietet strategische Orientierung und Fokussierung bei der Ideensuche, Ideenauswahl und Projektbewertung und bildet die Basis der operativen Planung der Ziele auf Unternehmens-, Abteilungs- und Mitarbeiter:innenebene.
Ausgangspunkt des Roadmapping-Prozesses sind die Unternehmens- und die Innovationsstrategie, die die Leitplanken darstellen. Sie liefern die Orientierung bei der Analyse und Identifikation von zukünftigen Themen. Beispielsweise ist darin definiert, welche Innovationstypen - ob Produkte, Prozesse, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle - man anvisiert.
Ein weiterer Punkt, den es klar zu definieren gilt, ist, was man mit der Roadmap bezwecken will. Das ist ausschlaggebend dafür,
Fragen, die zum Beispiel zu beantworten sind: Welche Bereiche möchte man abdecken (z.B. Marketing, Technologie, …), was möchte man darstellen und steuern (z.B. Trends), wie lange ist der Planungszeitraum, usw.
In einer intensiven Recherche und Analyse werden Potentiale in Form von Chancen, Risiken, Trends etc. identifiziert. Mögliche Quellen und Werkzeuge sind
Viele Informationen werden auch schon aus der Erarbeitung der Unternehmens- und Innovationsstrategie verfügbar sein. Zum Beispiel wird es schon Marktattraktivitätsanalysen aus der Feder des strategischen Marketings geben, die für die Identifikation von Themen herangezogen werden können.
Die Erkenntnisse aus den Analysen lassen sich unter anderem in einer SWOT zusammenfassen, woraus Suchfelder abgeleitet werden können. Suchfelder sind zukünftige Themenfelder, die einen inhaltlichen Rahmen bilden, innerhalb dessen man innovieren möchte. Sie sind der Kern der Innovation Roadmap.
Die gefundenen Suchfelder werden noch einer Bewertung unterzogen, auf deren Grundlage eine Priorisierung vorgenommen werden kann. Mögliche Kriterien sind
Im letzten Schritt werden die Suchfelder auf Basis der Bewertung ausgewählt, geclustert und auf der Zeitachse aufgetragen. Somit ist die Roadmap fertig.
Eine Herausforderung dabei ist die grafische Aufbereitung, um sicherzustellen, dass alle wesentlichen Informationen anschaulich und brauchbar dargestellt sind. Eine Innovation Roadmap, die nur dann lesbar ist, wenn man sie auf A0 plottet, wird in der Verteilung und Kommunikation kleine Probleme bereiten.
Die Erstellung einer Roadmap muss mit höchster Sorgfalt passieren. Ganz nach dem Motto „Garbage in – Garbage out“ führt eine schlecht erstellte Innovation Roadmap zu einem qualitativ miesen Innovationsoutput.
Mit einer Landkarte alleine ist man noch nicht am Ziel, aber man ist schon einen weiten Schritt gegangen, weil man den Weg kennt. So ist es auch mit der Innovation Roadmap, sie ist eigentlich erst der Anfang der Innovationsreise.
Die Roadmap ist die Basis der operativen Aktivitäten im Innovationsmanagement. Es bringt aber nichts, sie nur einmalig zu nutzen, sondern sie ist ein kontinuierliches Werkzeug. Alle Innovationsaktivitäten sollen mit Blick auf die Innovation Roadmap reflektiert und gesteuert werden.
Für die Innovationspraxis bedeutet es folgendes:
Damit die Innovation Roadmap in der Praxis funktioniert, erfordert es einen Change Prozess. Die Roadmap muss im gesamten Unternehmen bekannt und akzeptiert sein, um in der Praxis zu funktionieren. Das beginnt beim Top Management, das beispielsweise bei Projektentscheidungen die Innovation Roadmap ernst nimmt und als Grundlage heranzieht.
Akzeptanz kann erzielt werden, in dem die Innovation Roadmap immer präsent ist. Beispielsweise kann man jedes Innovationsmeeting mit der Roadmap starten oder die Roadmap Teil jeder Innovationspräsentation sein.
Eine Innovation Roadmap ist nicht in Stein gemeißelt, sondern muss ein lebendiges Werkzeug sein. Genauso wie sich das Umfeld und die Rahmenbedingungen turbulent ändern können, muss auch die Innovation Roadmap anpassungsfähig sein. Das erfordert, dass
Innovation Roadmapping ist somit ein kontinuierlicher Steuerungsprozess, der hohe Aufmerksamkeit erfordert. Denn eine Innovation Roadmap ist die Grundlage aller Innovationsaktivitäten.
Eine Innovation Roadmap ist ein wichtiges Steuerungstool im Innovationsprozess. Sie ist wie ein Navigationsgerät, welches das geplante Ziel und den Weg dorthin verbindet. Eine Innovation Roadmap hat viele Vorzüge, wie zum Beispiel klare Fokussierung, Orientierung, attraktive Darstellung und effektive Kommunikation für alle.
Dabei sind zusammenfassend die wichtigsten Erfolgsfaktoren